Textversion

Allgemein

Sie sind hier:  Aktuelles

Versickerung von Schwimmbadwasser

Versickerung von Schwimmbadwasser (z.B. aus privaten Pools)

Auf Grund vermehrter Anfragen informieren wir alle Nutzer von privaten Pools über eine Aktualisierung eines Erlasses des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zum Thema Versickerung von Schwimmbadwasser über die belebte Bodenzone vom August 2019.

Bei Schwimmbadwasser handelt es sich um Wasser, das durch häuslichen, gewerblichen oder sonstigen Verbrauch in seinen Eigenschaften verändert ist und somit als Abwasser (Schmutzwasser) nach § 54 Abs. 1 Nr. 1 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) zu betrachten ist. Dieser Gebrauch besteht zum einen in einer Verunreinigung des Wassers durch die Badenden, zum anderen durch den Einsatz chemischer Zusatzstoffe. Auch Niederschlagswasser, welches beispielsweise in den Pool gelangt, wird rechtlich zu Abwasser, womit die Rechtsvorschriften für das Einleiten von Niederschlagswasser nicht greifen können. Diese Wässer sind nun zwingend einer Abwasserbehandlung zuzuführen. Nach § 37 Abs. 3 HWG besteht eine Überlassungspflicht des Abwassers an den Abwasserbeseitigungspflichtigen, in diesem Fall an die Marktgemeinde Eiterfeld. Dies bedeutet, dass Schwimmbadwasser mit den zuvor benannten Zuständen nach Gebrauch in den Abwasserkanal eingeleitet werden muss und nicht z.B. zur Gartenbewässerung benutzt, über den Rasen oder anliegende Gräben entsorgt werden darf. Eine Befreiung dieser Wassermengen von der Abwassergebühr ist daher nicht möglich.

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit im Rahmen eines Erlaubnisverfahrens das Schwimmbadwasser auf Versickerungsmöglichkeit zu prüfen. Aufgrund erheblicher Hürden z.B. durch § 12 Abs. 1 WHG und der dort genannten Versagensgründe, dürfte im Regelfall davon auszugehen sein, dass eine Versickerung von Schwimmbadwasser in den Untergrund nicht ohne vorherige Behandlung des Abwassers erlaubt werden darf.

Zusammengefasst:
Schwimmbadwasser aus privaten Pools ist dem gemeindlichen Abwassersystem zuzuführen. Die Frischwassermenge kann nicht von den Abwassergebühren befreit werden.