Viel Unterstützung und zwei Vollzeit-Jobs
EITERFELD. Das Kreisjobcenter des Landkreises Fulda hat das Regionalprojekt in Eiterfeld beendet. Kundinnen und Kunden des Jobcenters hatten die Möglichkeit, wohnortnah einen neuen Job zu finden. Illia Bohoiev ist einer von ihnen, der das Projekt erfolgreich abgeschlossen hat und nun Vollzeit als Hausmeister bei Geflügel Petersen arbeitet.
„Wir sind sehr zufrieden mit dem Regionalprojekt in Eiterfeld“, resümiert Markus Vogt, Leiter des Fachdienstes Kommunaler Arbeitsmarkt. In dem freiwilligen Projekt vor Ort wurden die elf Teilnehmenden auf Vorstellungsgespräche vorbereitet und bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen und der Stellensuche vor Ort unterstützt. Bei privaten Herausforderungen – beispielsweise bei der Kinderbetreuung, bei Schulden oder sprachlichen Hürden – gab es ebenfalls Hilfe. Zudem gab es gemeinsame Betriebsbesichtigungen und viel Austausch unter den Teilnehmenden.
„Das Ergebnis spricht für sich: Zwei Teilnehmende arbeiten mittlerweile Vollzeit, eine Person hat einen Minijob begonnen und eine weitere Person hat eine Ausbildung begonnen. Außerdem gab es im Nachgang weitere Vorstellungsgespräche, deren Ergebnisse zum Teil noch ausstehen. Für uns war das Projekt in Eiterfeld ein Erfolg“, erläutert Marlene Most vom Arbeitgeberservice des Kreisjobcenters, die das Projekt federführend betreut hat.
Der 37-jährige Illia Bohoiev hat am Projekt teilgenommen und es vorzeitig verlassen. Denn seit September arbeitet er in Vollzeit als Hausmeister und Lagerarbeiter bei Geflügel Petersen in Mackenzell. Er hat sich während des Projekts dort beworben und den Job direkt bekommen. „Die Vorbereitung im Projekt war einfach gut. Ich wusste, welche Fragen im Vorstellungsgespräch kommen und konnte gut darauf reagieren. Das war sehr hilfreich für mich“, so Bohoiev, für den die Arbeitsstelle die erste in Deutschland ist. 2023 ist er mit seiner Frau und seiner Tochter aus der Ukraine geflüchtet. Dass er und seine Frau schnell arbeiten wollen, war direkt klar: „Wir möchten uns selbst entwickeln und nicht mehr vom Jobcenter abhängig sein.“
In der Ukraine hat Illia Bohoiev zuerst als Verkäufer in einem großen Baumarkt, danach als Monteur für Kühlgeräte gearbeitet. „Gelernt habe ich aber Buchhalter. Damals war es schwierig einen Job in dem Bereich zu bekommen. Außerdem ist es in der Ukraine sehr häufig so, dass Menschen eine Ausbildung oder ein Studium machen und danach in einem ganz anderen Beruf arbeiten. Man arbeitet da, wo Leute gebraucht werden. Das ist ganz anders als in Deutschland“, blickt der 37-Jährige auf seine Zeit in der Ukraine zurück.
Da in Deutschland einiges anders läuft, hat er gerne an dem freiwilligen Projekt teilgenommen. „Wir sind neu hier und wissen nicht, wie man am besten eine neue Arbeit findet. In der Ukraine hatte ich viele Freunde, die ich einfach anrufen und nach Arbeit fragen konnte. Irgendwer kannte immer jemanden, der einen Mitarbeiter gesucht hat. So funktioniert das in Deutschland aber nicht. Im Projekt habe ich bei allem Hilfe bekommen, das war einfach gut“, so der 37-Jährige.
Konkret hat er den gesamten Bewerbungsprozess im Projekt kennengelernt, die Sprache weiter verbessert, Vorstellungsgespräche geübt und Bewerbungsunterlagen erstellt. Außerdem hat er über das Projekt neue Leute in Eiterfeld kennengelernt. Das ist auch für Bürgermeisterin Dana Hauke, die das Projekt unterstützt hat, ein großer Pluspunkt: „Wir wollen, dass sich die Menschen hier in Eiterfeld wohlfühlen, eine wohnortnahe Arbeit finden und gut in unsere Marktgemeinde integriert sind.“ So wie Familie Bohoiev, die seit drei Jahren in Eiterfeld wohnt und dort auch nicht mehr weg möchte.
Dass Illia Bohoiev nun auch eine Arbeit gefunden hat, freut ihn besonders: „Ich arbeite mit Holz, Metall, repariere Dinge, verdiene gutes Geld und lerne von meinen Kollegen jeden Tag besser deutsch. Die Abläufe, Geräte und Aufgaben sind zwar neu für mich, aber die Arbeit macht mir wirklich großen Spaß.“

